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August Kroneberg 1885 - 1968

von Lutz Kroneberg

Einer proletarischen Familie mit zwölf Geschwistern entstammend, wird August Kroneberg Tischlergeselle und lernt auf seiner neunjährigen Wanderschaft weite Teile Europas kennen.1902 tritt er in die SPD ein, später ist er kurzzeitig Mitglied der USPD. Soldat im 1. Weltkrieg 1914-1918 (Pionier). Als Stadtverordneter und Vorsitzender des Bauauschusses bemüht er sich besonders um das Leipziger Gewerkschaftshaus ("Volkshaus"). 1933 erhält er nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten Berufsverbot und verliert alle politischen Funktionen. Bis 1939 im Untergrund tätig. Kurz nach Kriegsbeginn 1939 im Rahmen der A-Kartei-Aktion in Schutzhaft genommen und im KZ Buchenwald interniert, für wenige Monate in der Außenstelle Köln des KZ Buchenwald. Später im KZ Mittelbau-Dora, Kapo des Zimmerei-Kommandos. Aktive Beteiligung am lagerinternen Widerstand. 1945 mehrmonatige Bunkerhaft. Todesmarsch in das KZ Bergen-Belsen. Dort  Befreiung durch die Engländer. Als 60-jähriger nimmt er - nach Leipzig zurückgekehrt - sofort die Parteiarbeit für die SPD wieder auf und ist in leitender Funktion im  Arbeitsamt tätig. 1950 Diffamierung durch die SED ("Räuchert die Nester der Schumacher-Agenten aus") und Parteiausschluß. Späte Rehabilitation im Vorfeld des Mittelbau-Dora-Prozesses am Landgericht Essen. Politische Ehrungen und Auszeichnungen durch Grotewohl und Ulbricht. In der Familie praktisch unbekannt. Von der SPD, auch der Leipziger, so gut wie vergessen. Wer Informationen zu August Kroneberg geben kann, wird gebeten, Kontakt aufzunehmen. Die Gedenkstätte des KZ Mittelbau-Dora in Nordhausen unterstützt die Recherche ideell, um nähere Aufschlüsse über den weiteren Lebensweg von überlebenden KZ-Insassen zu erlangen. Fotos von August Kroneberg mit freundlicher Genehmigung der Gedenk- und Forschungsstätte KZ Mittelbau-Dora (Nordhausen).

Die Fotoserie "KZ Mittelbau-Dora" zeigt Aufnahmen aus der Gedenk- und Dokumentationsstätte in Nordhausen sowie aus dem dortigen Stollensystem, in dem in den beiden letzten Kriegsjahren vor allem V2-Raketen montiert worden sind.

Folgende Dokumente, Quellen und Aufsätze sind derzeit über August Kroneberg bekannt:

Fragen über das KZ Mittelbau-Dora im Aufbau, undatiert

Leipziger Volkszeitung vom 18. November 1950

Fragebogen der SED zur Person

Protokoll der Bezirksparteikontrollkommission vom 18.6.1957

Götz Diekmann, Ermordert vor 60 Jahren: Albert Kuntz. In: Utopie kreativ, H. 171, 1/2005, S. 68-72

 

August Kroneberg, 2. v.l., im Kreis Leipziger Genossen, 1946

 

Volkshaus Leipzig, heute im Eigentum des DGB - oder doch verkauft?

 

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